Jaakko Heikkilae

biography

1956
born in Kemi, Finnland
1984–1986
Researcher, Oulu University, Finnland
1987–1989
Researcher, Academy of Finland
from 1989
Independent artist
2002
International Art Award, Hanau, Germany
2003–2004
Two years grant from Finnish State
2006–2007
Two years grant from Art Council of Lapland
2007
Finnish State Art Prize for fotographic Art
2008
One yeargrant Finnish Cultural Foundation
2009
Five years grant from Finnish State

solo exhibitions (selected)

2016
Arktikum, Rovaniemi Art Museum FI
The National Museum of Finland
2015
Ratamo, Jyväskylä FI
2014
Karelicum, Joensuu FI
2013
Peter and Paul Fortress, St. Petersburg
Zil Cultural Center, Moskau
Gallery Ruth Leuchter, Düsseldorf
2012
Gallery Heino, Helsinki
Trygve Lie Gallery, New York
Luleå Art Hall, Schweden
2011
Stadtgalerie Kiel
Finnish Fotographic Museum
2010
Gallery Heino, Helsinki
2008
Korjaamo, Helsinki
2007
Aine Art Museum, Tornio, Finland
2006
Kunsthalle Lophem, Belgium
2005
Venice Biennale, Sala delle Colonne
2004
Musee De Normandi, Chateau Caen, France
Museum Europäischer Kulturen, Berlin

group exhibitions (selected)

2015
Waterscapes, Stadtgalerie Kiel
2014
Watch up North, Photographic Center, Oulu FI
Nature and More, Kunsthalle Rostock
Lima Photographic Biennale, Galerie Juan Pardo Heeren
Sala Idea Vilario, Montevideo UY
2013
Bodies, Borders and Crossings, Preus Museum, Horten NO
2012
Behind Landscape, H2 Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
Snowball effect, Oulu Art Museum FI
2011
Bodies, Borders, Crossings, Governor Island, New York
2010
„Almos(t) here, Migrations, dislocations and borders in Art“, Nash Gallery, Minneapolis, USA
„Forest Birch Projec“, White Box, New York
2009
„Variations on Trancending the Finiteness of Human Vision“, Riga Art Space, Latvia
2008
„Borderlives“, Ludwig Forum für internationale Kunst, Aachen
2007
„Our Land“, Helsinki City Art Museum, Finland
2006
„Art on the Move“, Ludwigsburg, Germany
„Archeology of New York“, Korean Gallery, New York

Jaakko Heikkilae 19.01.2013 — 02.03.2013

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Er zählt in seiner Heimat zu den anerkannten Fotografen. In Deutschland ist der 56-jahrige finnische Fotograf noch zu entdecken.
Hätte er nicht rote Haare, man könnte ihn glatt übersehen, so dezent und auf eine ausgeruhte  Art bescheiden bewegt er sich zwischen seinen großformatigen Fotografien in der Stadtgalerie. Ingenieur ist er nicht geblieben. Fotografiert hatte er schon als Student für die Zeitung. Die Großstadt hat er dann in den Neunzigern verlassen, um seine Heimat im Norden wiederzufinden. Kukola heißt das Dorf am Fluss, wo seine Eltern und schon seine Großmutter herkamen. Falunrote Holzhäuser reihen sich da- und angeln, das tut hier eigentlich jeder. Drüber am anderen Ufer des Tornio, also auf der schwedischen Seite, lebt eine finnische Minderheit, die erst in jüngster Zeit selbstbewusster auftreten darf. Heikkilä widmete diesen Menschen, die einen für ihn seltsamen altfinnischen Dialekt sprechen, seine erste Fotoserie.
Und das war erst der Anfang. Seither hat sich Heikkilä in der Welt umgesehen. Sein dokumentarischer Blick gilt Menschen, die in Randzonen leben. Von Menschen, die im „Schatten der Machtkulturen“ leben, sagt die finnische Ausstellungskuratorin Riva Röminger-Czako, die mit seiner Arbeit sehr vertraut ist.


Viele Reisen hat Heikkilä seither unternommen. Im Gepäck eine Noblex – eine analoge Mittelforamt-Panoramakamera und eine zeitgenössiche Nikon – Digitalkamera. Die Bilder die Heikkilä von den Reisen mitbringt, sind Menschenbilder, die nur entstehen können, wenn der Fotograf auf Augenhöhe kommuniziert, wenn er nicht bloßlegt, nicht draufhält, sondern sich Vertrauen und Respekt erwirbt. Heikkilä bliebt meistens einen Monat lang. Fast immer lädt man ihn ein, denn er hat einen kleinen Zettel dabei der ihn als eine Art kulturellen Beobachter ausweist.


„Probleme“ sagt er, „habe ich eigentlich nie, nicht in Serbien, nicht in Armenien, auch nicht in Russland“. Nur die New Yorker im Harlem seien so misstrauisch gewesen, dass er fast aufgegeben hätte. Sanftmut paart sich bei Heikkilä mit einer traumwandlerischen Sicherheit des Handwerklichen. Licht, Komposition und das geduldige Warten auf den Moment, der bei ihm zuweilen schon etwas länger dauern kann, gehen da zusammen. Die Botschaft die von diesen Gesichtern und ihren Lebensräumen ausgeht, ist einfach und zutiefst human.
Maren Kruse