Paul Morrison

biography

1966
geboren in Liverpool, England, lebt und arbeitet in London
1983–1985
Studium am Hugh Baird College
1995–1996
Goldsmith College of Art, London, Postgraduate DIP Fine Art
1996–1998
Goldsmiths College of Art, London, MA Fine Art

exhibitions (selected)

2015
Tanja Pol Galerie, Munich
„abstract index“, Ruth Leuchter, Düsseldorf
Sabine Knust Galerie, Munich
2014
„Eclipse“, PS, Amsterdam
2013
„Black Light“, Dirimart, Istanbul
2012
„Auctorum“, Millennium Gallery, Museums Sheffield, Sheffield, UK
2010
Galerie Bob van Orsouw, Zurich
2009
Cheim & Read, New York
„Drawings“, Tanja Pol Galerie, Munich
The Horticultural Society of New York Gallery, New York
Manchester Art Gallery, Manchester
2008
Alison Jacques Gallery, London
Galerie Emmanuel Perrotin, Miami Las Vegas
Art Museum, Las Vegas
2007
Bloomberg space, London (solo)
2006
The Contemporary Museum, Honolulu (solo)
2005
Spruth Magers Projekte, Munich (solo)
Public Art Fund, New York
Alison Jacques, London (solo)
2004
Cheim and Read, New York (solo)
„The Flower as Image“, Louisiana Museum of Modern Art
„Satellite“, ArtNow Lightbox, Tate Britain, London
Humlebaek, Denmark
„Flowers Observed, Flowers Transformed“, the Andy Warhol Museum, Pittsburgh, PA
„3 Rooms 3 Artists“, Alison Jacques Gallery, London
„Why Not Live for Art“, Tokyo Opera City Art Gallery, Tokyo
„Rose C’est La Vie“, Tel Aviv Museum, Israel
„Art of the Garden“, Tate Britain, London
„Janssen feat Janssen“, Galerie Rodolphe Janssen, Brussels
2003
„Phenotype“, Michael Janssen, Cologne (solo)
„Brake“, Sprüth Magers Projekte, Munich (solo)
„Haematoxylon“, Irish Museum of Modern Art, Dublin (solo)
„Panorámica Programme“, Museo Tamayo Arte Contmporáneo, Mexico
„20th Anniversary Show“, Monika Sprüth – Philomene Magers, Köln
„Jun Hasegawa, Paul Morrison, Alessandro Raho“, Taro Nasu Gallery, Tokyo
„5 Weeks, 5 Films“, Max Hetzler Gallery, Berlin
2002
„Mesophylle“, Magasin, Grenoble (solo)
2000
Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence

Paul Morrison, Carl Ostendarp, Jan van der Ploeg abstract index 05.09.2015 — 31.10.2015

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Michelle Grabner, Terry Haggerty, Paul Morrison, Jan van der Ploeg whatever colours you have in your mind 15.03.2013 — 20.04.2013

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Paul Morrison wurde bekannt durch seine großen, schwarzweißen botanischen Landschaften, die uns seltsam vertraut und doch fremd entgegentreten: Vertraut, weil die Bäume und Pflanzen in diesen collagierten Landschaftsbildern uns an Illustrationen aus alten Märchen- oder Biologiebüchern erinnern. Befremdlich erscheint hingegen ihre Größe: Ein winziger Löwenzahn kann sich hier vor eine gewaltige Burgruine schieben, stilisierte Blumen bedecken eine ganze Wand.
Der 1966 in Liverpool geborene Maler ist fasziniert von der jahrhundertealten Tradition der britischen Landschaftsmalerei. Doch in seinen penibel berechneten Arbeiten verschiebt er die Proportionen der Dinge und erschafft so eine Welt des „Übernatürlichen“.
Winzige Pflanzen zoomt er in den Vordergrund, bis sie riesig erscheinen, massive Bäume schrumpft er zu ornamentalem Beiwerk. Dieses Spiel mit der Wahrnehmung der Größenverhältnisse kennt man in der Kunstgeschichte zum Beispiel von Rene Magritte. Das Interesse an traditionellen oder altertümlich wirkenden Bildmotiven teilt Morrison mit Sigmar Polke, der banale Zeitungsreklamen stark vergrößerte, verfremdete und im Druckverfahren manipulierte. Morrison benutzt heute Computerprogramme zur Bearbeitung und Verfremdung seiner linearen Gemälde. Scherenschnittartig überwuchern und gravieren sie Leinwände oder ganze Wandflächen. Im Angesicht ihrer Größe kann der Betrachter in diese stilisierten Wand-Tattoos eintreten, die stets Zeichen und Ornament bleiben und nie behaupten, reale Landschaften darzustellen.
Paul Morrison ist kein Surrealist, er ist ein Stilist – ähnlich wie der Jugendstilkünstler Aubrey Beardsley (1872 - 1898). Auch hier finden sich formale Wurzeln und Verwandtschaften. Die geschwungenen Linien, die Schwarzweiß-Kontraste, die Verzerrungen der Perspektive hatte Beardsley vor über 100 Jahren auf japanischen Holzschnitten entdeckt. In Morrisons Kunst fließen freilich auch jüngere Stilrichtungen ein - etwa die flächigen Vereinfachungen der Pop Art oder die fetten Konturen banaler Comic-Strips. Die konsequente Reduktion auf Linien, Flächen, Schwarz und Weiß – auf das Wesentliche also - führt letztlich zu der Frage: Wie weit kann Abstraktion gehen?
Morrison hat sich in der Kunstszene auch als Filmemacher einen Namen gemacht.