Martin Gerwers beyond abstraction 05.09.2014 — 24.10.2014

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05.09.2014 — 24.10.2014
Martin Gerwers

 In seiner gegenstandsfreien, konstruktiven Malerei und mit seinen Plastiken und Fotoarbeiten berührt Martin Gerwers spannende Fragen der Wahrnehmung.

So überraschen seine „vielansichtigen“ Skulpturen den Betrachter, weil sie sich je nach Blickwinkel als völlig verschiedene Objekt lesen und interpretieren lassen.

Einfachheit, Klarheit, Transparenz und geometrische Strenge sind in der Malerei und Skulptur des 20. Jahrhunderts immer wieder beschworen worden. Doch Gerwers macht sich nicht zum Sklaven eines geometrischen Korsetts.

Die geometrischen Strukturen nutzt der in Düsseldorf lebende Künstler oftmals nur als fruchtbare Basis. Im Feld der Linien und Flächen lassen sich die Qualitäten und Quantitäten der Farben dann subtil ausbalancieren. Gerwers' Tafelbilder und Plastiken erscheinen bei aller Abstraktion als individuelle Schöpfungen, die einem geheimen Rhythmus folgen, die atmen und vibrieren, in denen die Farben und Leerflächen sich ihre eigenen Grenzen suchen dürfen.

Die dynamischen Flächen von Gerwers plastischen Arbeiten wollen zudem von allen Seiten betrachtet werden. Selbst die Farbe scheint hier frei im Raum zu stehen. So wird die Wahrnehmung des Betrachters bei jedem Blick und Anblick originell auf die Probe gestellt.

 

Martin Gerwers (1963 geboren) studierte zwischen 1984 und 1989 Visuelle Kommunikation in Aachen und von 1989 bis 1992 an der Kunstakademie Düsseldorf. Er ist Meisterschüler von Jan Dibbets und lebt in Düsseldorf.

 

Jim Lee

 Auch Jim Lees materialbezogene Arbeiten treten uns als individuelle Persönlichkeiten gegenüber. Lee nutzt alle nur denkbaren Möglichkeiten, seinen mit Bedacht gewählten Materialfundus kreativ auszureizen: So verwandelt er einfache Leinwände, Industriefarben, Gummi, Aluminium und Holzleisten in verblüffend strukturierte, poesievolle und oft mit Humor komponierte Bilder, die den Betrachter zu einer konzentrierten, verlangsamten Wahrnehmung verleiten sollen.

Nicht etwas Dargestelltes, sondern das Material selbst erscheint hier voller Andeutungen und Bedeutungen: Die verletzten Oberflächen, die entblößten Keilrahmen, die Bildträger und die Umgebung selbst, in der sich all dies entfaltet.

Lees Bilder und Objekte beziehen sich stets auf den physischen Raum, in dem sie existieren. Entsprechend erwünscht ist auch die „Interaktion mit dem Betrachter“. „Manchmal bin ich sehr sozial und kontaktfreudig, ein anderes Mal wünsche ich mir eher ruhige und friedliche Momente. Man kann wohl davon ausgehen, dass meine Malerei ähnlichen Empfindungen folgt“, erklärt der Künstler.

Lee überschreitet Grenzen, verletzt ungeschriebene Regeln des Bildermachens und transportiert die puristische Formensprache eines Robert Ryman, Richard Tuttle oder Palermo mit anarchischer Begeisterung ins 21. Jahrhundert.

 

 

Jim Lee (1970 geboren) lebt und arbeitet in New York, NY.

Studium/Ausbildung: 1993 Bachelor of Arts, Hope College, Holland, MI

1996 MFA, University of Delaware, Newark, DE



 

  

Martin Gerwers

 

Martin Gerwers’ non-representational, constructivist paintings and his sculptures and photo works allude to exciting questions of perception.

His „multi-view“ sculptures surprise the beholder because they lend themselves to be read and interpreted as completely different objects depending on the angles of vision.

Simplicity, clarity, transparency, and geometric strictness were conjured up in the 20th century‘s painting and sculpture again and again. However, Gerwers does not make himself a slave of a geometric straitjacket.

Frequently, the artist, who lives in Düsseldorf, uses the geometric structures only as a prolific base. Within the field of lines and surfaces, the qualities and quantities of colours are subtle to balance.

Gerwers’ panel paintings and sculptures, in spite of all abstraction, seem like individual creations following a secret rhythm, breathing and vibrating, allowing the colours and empty surfaces to find their own borders.

The dynamic surfaces of Gerwers‘ plastic works invite to be examined from all sides. Even the colour seems to be free-standing in the space. Consequently, the beholder’s perception is put to the test with each glance and view in an original way.

 

Martin Gerwers (born in 1963) studied visual communication in Aachen from 1984 to 1989, and at the academy of arts in Düsseldorf. He is a master student of Jan Dibbets and lives in Düsseldorf.

 

 

 

Jim Lee

 

Jim Lee’s material-based works are individual personalities as well. Lee uses every conceivable possibility to exploit his deliberately chosen material fund. In that way, he transforms plain canvases, industrial colours, rubber, aluminium, and wooden strips into amazingly structured paintings full of poetry and often composed with a sense of humour, meant to entice the beholder to perceive in a more concentrated, slower manner.

Not something depicted but the material itself shows itself to be full of references and meanings: the injured surfaces, the bare stretcher frame, the picture carrier, and the environment within which all that develops.

Lee’s paintings and objects always refer to the physical space in which they exist. Correspondingly, the “interaction with the beholder” is desirable. “Sometimes, I’m very sociable and enjoy contact with other people, and then I prefer silent and peaceful moments. Probably, my painting follows similar feelings”, the artists explains.

Lee transcends barriers, violates unwritten laws of painting creation and transports the puristic use of forms of Robert Ryman, Richard Tuttle, or Palermo to the 21st century with an anarchic enthusiasm.

 

Jim Lee (born in 1970) lives and works in New York, NY.

Studies/training: 1993 Bachelor of Arts, Hope College, Holland, MI

1996 MFA, University of Delaware, Newark, DE