Bernd Mechler colour sync 26.02.2008 — 05.04.2008

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26.02.2008 — 05.04.2008
...Eine weitere Besonderheit von Mechlers Bildern liegt in ihrer Maltechnik, die suggestiv menschliche Empfindungen lenkt. So finden sich die in Ölfarben gemalten Schlaufen in einem ausgeklügelten System von Schichtungen, das zurückhaltend mit dem Thema Raum und Fläche spielt. Der Wechsel von helleren und dunkleren Farben erzeugt unweigerlich die Illusion von Tiefe, die allerdings durch Verwischungen gezielt an Eindeutigkeit verliert. Vielmehr vermitteln die in zahlreichen Arbeitsgängen so entstandenen Bilder den Eindruck einer membrangleichen Oberfläche, die nur noch vereinzelt das wirkliche Raumempfinden erlaubt. Die unterschiedlichen Schichten der Bilder scheinen von gleicher Wertigkeit, die zusammen eine Art „Haut“ ergibt. Die Bildoberfläche an sich erfährt damit einen vergleichbaren Stellenwert, wie das bereits angesprochene Leinwandformat. Mehr und mehr wird die besagte Gradwanderung, das Pendeln der Wahrnehmung nachvollziehbar, um sich zusehens als übergreifendes Thema der Arbeiten zu erkennen zu geben. Bernd Mechler betreibt eine vom Bild ausgehende Studie menschlicher Wahrnehmung, wie sie in dieser Form sehr ungewöhnlich ist. Vergleichbar seiner in den Arbeiten anzutreffenden Schlaufen, begleitet der Künstler den Betrachter auf einen Wechselkurs der Erfahrungen, der in einer endlosen Schleife vom Bild über den Eindruck zurück zur Materialität des Bildes führt.
Dr Christian Krausch, Text zur Ausstellung: „Bernd Mechler - Bilder“, KV Heinsberg, November 2001