GIOM auf den Spuren… 24 Zeichnungen 16.03.2012 — 05.05.2012

B01_Web
16.03.2012 — 05.05.2012
Guillaume Bruère

Der französische Maler - Zeichner - Bildhauer und Performance Künstler *(1976 in
Poitiers, lebt und arbeitet in Berlin und Wien) hat für die Ausstellung in mehreren
Sitzungen die Werkzyklen Netsuke 1-16  und Japan 1-8 gezeichnet, im Museum Kunstpalast,Düsseldorf, die wir vom 16.3.2012-5.5.2012 zeigen.

"Immer wieder stellt sich der Künstler der Auseinandersetzung mit Meisterwerken in
Museen. Den Kopfhörer mit französischen Hiphop-Texten im Ohr, die so scheinbar gar nichts mit der ehrwürdigen, eher auratischen Umgebung zu tun haben, nähert sich der Künstler zeichnerisch den Werken auf seine Weise, eignet sich in seriellen Annäherungsversuchen dessen Essenz an, um sie zu seiner eigenen zu machen. Zwischen alten Niederländern und ausgestopften Schildkröten oder Vögeln entsteht ein mannigfaltiges "Bestiaire à la Giom", bei dem es letzlich nicht mehr so wichtig ist, zu erkennen, was als Inspirationsvorlage diente. Und doch gibt es diese, im Zuge der Serie immer abstraktere Referenz an das Werk oder das Tier - eine Art künstlerischen Humus, der ebenso zum Werkstoff wird wie die anderen Utensilien: Ölkreide, Papier. Interessant ist das Oszillieren zwischen öffentlicher Performance und privatem Schaffensakt. Das Museum gilt als öffentlicher Ort, auch wenn das Publikum hier schon einer gewissen Selektion des kulturellen Interesses unterliegt: Bruères Tun hat nichts mit dem Kult des im Atelier mit einsamer Inspiration ringenden Künstler-Genies zu tun. Im Gegenteil: Die Aktion ist ja schon eine Interaktion mit Kunst, aber auch mit dem Raum und den Menschen darin: für Fragen von besuchenden Schülerklassen nimmt der Künstler auch mal den Stecker aus dem Ohr. Diese wundern sich, dass das entstandene Werk so wenig mit seiner Vorlage zu tun zu haben scheint. Sie sind die Kunststudenten oder Amateure gewohnt, die im Museum vor den alten Meistern ihre Kopiertechnik erproben. Und tatsächlich sind Bruères "Instand-Zeichnungen" in den Museen fortgesetzte Diskurse über die Rolle der Mimesis,der ambivalenten Beziehung zwischen Abbild und Urbild, die er hier in ihr Paradox verkehrt:Ausgehend von einem Artefakt, einem geschauten geschaffenen Bild, schafft Bruère eine "Uressenz" der Linie, des Gestus.

Alexandra von Stosch

--

Marta Herford
Guillaume Bruère


  1. August bis 4. November 2012, Lippold-Galerie (1. Stock)


Eröffnung am Sonntag, 26. August 2012, um 11.30 Uhr
In seiner ersten größeren Museumspräsentation gibt der französische Zeichner, Maler, Bildhauer und Performance-Künstler Guillaume Bruère (*1976 in Poitiers, lebt und arbeitet in Berlin) Einblicke in sein vielgestaltiges Werk. Wie ein „Tausendfüßler“ arbeitet sich der „Extremzeichner“ an unterschiedlichen Themen und Motiven ab: So schlüpft GIOM immer wieder in die klassische Rolle des Kopisten, wenn er im Museum bekannte Bilder der Kunstgeschichte in vibrierend energiegeladene Zeichnungen übersetzt.

Ob in diesen Zeichnungen, seinen Reliefs oder den sogenannte „Sägeschnitten“ – wiederholt eröffnet er eine ganz persönliche, manchmal kindlich anmutende Symbolwelt, die irgendwo zwischen traditionellen Wappen, rätselhaften Szenen und poppigen Plakatmotiven den Betrachter in ihren Bann zieht. Seine pastose Malerei und die collagierten Skulpturen oder Objekte lassen hingegen eher an die raue, unverfälschte Formensprache von Outsider-Künstlern denken und präsentieren sich zugleich mit einer großen inneren Konsequenz und präzisen Zeichensetzung. So entsteht eine geheimnisvolle Welt der Linien und Farben, die den Betrachter fast zwangsläufig fasziniert und kaum wieder loslässt.