Klaus Geldmacher Politmontagen 05.09.2008 — 31.10.2008

Polit72
05.09.2008 — 31.10.2008

Geldmacher, Klaus. dt. Licht-und Objektkünstler.


Seit 1965 entstehen Objekte, häufig als Reliefs, die mittels Glühbirnen und Leuchtstoffröhren Farbigkeit und Wirkung von künstl. Licht nutzen. Anfangs liegen den Arbeiten vielfarbige regelmäßige Anordnungen zugrunde, wie man sie von Spielautomaten und Musikboxen kennt. Mit dem Lichtwürfel zur documenta 1968 (7 x 7 x 7 m , mit Francesco Mariotti) weitere konstruktive Klärung. Neben großdimensionierten Arbeiten, wie sie bes. in der Zusammenarbeit mit F. Mariotti ( u.a. 1989 – 2005 Lucciola-Projekt mit Solarenergienutzung, Leuchtdioden) und Edmund Kieselbach (1987-93 Klanginstallationen)realisiert werden und weitgehend streng organisiert sind, entstehen im Laufe der Jahre zunehmend beiläufige, freiere Konstellationen, denen Provisorisches, ja Zufälliges eignet. G. findet Mat. im Sperrmüll und auf Schrottplätzen, er verwendet Plexiglasscheiben, Holzstücke, Metallprofile, Elektrokabel und fabrikneue elektron. Bauteile. Ohne selbst maler. einzugreifen, nutzt G. die Eigenfarbigkeit der Fundstücke, sowie farbige Glühbirnen, die „maler“ Wirkungen evozieren.
Zw. 1971 und 1983 stellt er die künstler. Arbeit fast ganz ein. Seine Auffassung des Kunstprozesses äußert sich seit 1968 in der Idee des Teamworks sowie in der Herstellung von Multiples, womit G. den Künstler nicht als singuläres Genie, sondern als Produzenten definiert und somit ein demokrat. Verständnis von Kunst proklamiert, die allen Bevölkerungsschichten zugängl. sein soll. G.s Objekte zielen auf ästhe. Kontemplation und kombinator. Kreativität des Betrachters, wobei sie Phänomene der Alltagskultur aufgreifen.


aus: Allgemeines Künstlerlexikon, Bd 51 Verlag K.G. Saur, München und Leipzig 2006 Text: Thomas Hirsch