Jan Maarten Voskuil, Sebastian Wickeroth rise and shine 13.03.2015 — 16.05.2015

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13.03.2015 — 16.05.2015

Jan Maarten Voskuil

Der Künstler Jan Maarten Voskuil erweitert die Grenzen der Malerei, indem er seine Gemälde behutsam in den Raum wachsen lässt. Seine meist monochromen, konkreten Arbeiten nähern sich so der Skulptur, der Architektur, dem Design oder der Installation an.
Voskuil dehnt und verformt seine Leinwände, indem er sie auf räumlich konstruierte Keilrahmen spannt. So entstehen vieldeutige, gekrümmte Flächen, die auf geometrischen Prinzipien beruhen. Die Holzrahmen sind dabei so gebogen, dass die Gemälde dreidimensional erscheinen und die Form von Skulpturen annehmen können. Voskuil begann mit streng symmetrischen und modularen Arbeiten. Seine neuen Werke kommunizieren mit dem Raum als asymmetrische, komplexe und freier geformte Flächenkonstruktionen.
Der 1964 in Arnheim/NL geborene Künstler beschränkt sich in seinen Werken auf eine begrenzte Anzahl von geometrischen Formen, die häufig aus dem Kreis und dem Rechteck hervorgehen. Seine Arbeiten basieren auf der Überzeugung, dass ein Kunstwerk schlicht ein autonomes Objekt sei - ein „konkretes Ding“, das auf nichts Bekanntes verweist und nur auf sich selbst beruht. Um eine neue künstlerische Variante erweitert Voskuil so die Theorien des niederländischen Malers und Kunsttheoretikers Theo van Doesburg, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Begriff der „Konkreten Kunst“ einführte.Jan Maarten Voskuil studierte Kunstgeschichte an der Universität Groningen und in der Schule der Künste in Arnheim.
Seine Arbeiten sind in Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Galerien und Kunsträumen auf der ganzen Welt, von den USA über Australien und Japan bis zu einer Vielzahl europäischer Länder, vertreten.


Sebastian Wickeroth


Sebastian Wickeroth besetzt und bespielt vorhandene Räume mit großen Installationen aus Gipskartonplatten, Lackfolien und anderen Materialien. Seine Objekte und Installationen sind gekennzeichnet durch ihre perfekt anmutenden, glatten, monochromen Oberflächen, die oftmals in einem künstlerischen Akt der Zerstörung deformiert oder durchbrochen werden.
Wickeroth zerschlägt seine gleichermaßen ästhetisch und industriell wirkenden Gebilde allerdings nicht nach ihrer Fertigstellung, sondern er plant und baut sie von Beginn an als zerstörte Körper. Die Wahrnehmung der plastischen Arbeiten, die Betonung ihrer Vergänglichkeit und die Erfahrung des umschließenden Raums sind in seinen Werken stets miteinander verkoppelt.Für die Ausstellung bei Ruth Leuchter plant der Künstler eine große Installation aus mit Folien bespannten Keilrahmen. Dunkelblaue Spiegeloberflächen fangen hier das Licht und den Galerieraum ein. Im typischen Spiel aus Form und Deformation, aus Verzerrung und Neu-Definition wird so die Statik der umgebenden Architektur mit einbezogen. Weil der Raum mittels der Spiegelung zum integralen Bestandteil der Arbeit wird, kann Wickeroth den „Akt der Dekonstruktion“ dem Material selbst überlassen. Wie in einem Spiegelkabinett entsteht die irritierende Verzerrung auf der Oberfläche des außergewöhnlichen Materials.Als Impulsgeber und Vorläufer könnte man hier die Künstler der amerikanischen Minimal Art anführen, deren klare und einfache geometrische Körper aus vorgefertigten industriellen Materialien wie Plexiglas, Edelstahl oder Aluminium bestehen. Die Lackfolie in Wickeroths Arbeiten spielt womöglich mit Ironie auf die Wertigkeit dieser Materialien an, denn sie täuscht einen polierten Kunststoffkörper ja nur vor.Die Rauminstallation wird ergänzt durch neue Bildobjekte, in denen Wickeroth mit Sprühfarbe auf Glas arbeitet. Rahmen und Glas befreien sich hier vom klassischen Bildträger, der im Grunde nicht mehr vorhanden ist. Obwohl die Farbe nur sparsam eingesetzt wird, eröffnen sich Einstiegsmöglichkeiten in abstrakte oder assoziative Bildwelten.

Sebastian Wickeroth, Jahrgang 1977, studierte an der Kunstakademie in Münster, der Ecole supérieure des beaux-artes de Genève sowie an der Kunstakademie in Düsseldorf. 2007 wurde er Meisterschüler von Hubert Kiecol.





text english



Jan Maarten Voskuil


Artist Jan Maarten Voskuil expands the borders of painting by carefully making his paintings grow into the room. His mostly monochrome, concrete works get close to sculpture, architecture, design, or installation.
Voskuil pulls and distorts his canvas by putting it on three-dimensional stretcher frames. The results are ambiguous, crooked surfaces based on geometric principles. The wooden frames are bent in such a manner to give the paintings a three-dimensional appearance and allow them to adopt the shape of sculptures. Voskuil started with strictly symmetrical and modular works. His new creations communicate with the room in their capacity as asymmetrical, complex, and more freely shaped surface constructions.
The artist, born in 1964, in Arnheim/Netherlands, restricts his works to a limited number of geometric shapes frequently resulting from the circle or the rectangle. His creations are based on the conviction that a work of art simply is an autonomous object – a „concrete thing“, indicating nothing familiar, being founded merely on itself. Voskuil’s new artistic variant extends the theories of the Dutch painter and art theorist Theo van Doesburg who introduced the term of „concrete art” in the early 20th century.


Jan Maarten Voskuil studied art history at the university of Groningen and arts school in Arnheim.
His works are in museums, public and private collections, galleries, and art rooms worldwide, in USA as well as in Australia and Japan and a large number of European countries.


Sebastian Wickeroth

Sebastian Wickeroth fills and plays on rooms with large installations of plaster boards, lacquer foils, and other materials. His objects and installations feature perfect looking, smooth, monochrome surfaces, frequently deformed and crashed through by an artistic act of destruction.
Wickeroth, however, does not destroy his things, which look aesthetic as well as industrial, after completion but he plans and constructs them as shattered objects from the very beginning. The perception of the sculptural nature of the objects, the emphasis on their transience and the experience of the enveloping surroundings are always linked in his works.


For his exhibition at Ruth Leuchter, the artist plans a large installation of stretcher frames covered with foils. Dark blue mirror surfaces capture the light and the gallery room. The typical play of shape and deformation, distortion and redefinition involves the statics of the surrounding architecture. By means of the mirroring the room becomes an integral part of the works and that is why Wickeroth can leave the “act of deconstruction” to the material itself. Like in a hall of mirrors, the irritating distortion is produced on the surface of the extraordinary material.


Initiators and precursors could be detected in the artists of the American Minimal Art with the clear-cut and simple geometric bodies of ready-made industrial materials like Plexiglas, stainless steel or aluminium. The lacquer foil in Wickeroth’s works possibly with an ironical flavour alludes to the value of the materials; after all, it fakes a polished plastic object.


The installation in the room is completed with new picture objects for which Wickeroth uses spray colour on glass. Frame and glass are rid of the conventional picture holder that practically is out of existence. Although colour is used only sparingly, approaches to abstract or associative pictorial worlds open up.


Sebastian Wickeroth, born in 1977, studied at the academy of art
in Münster, Ecole supérieure des beaux-artes de Genève and the art academy in Düsseldorf. In 2007, he was the master student of Hubert Kiecol.