Karsten Konrad, Jens Wolf silence and outbreak 07.11.2014 — 20.12.2014

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07.11.2014 — 20.12.2014
KARSTEN KONRAD

In Karsten Konrads Werk ist die Begeisterung für architektonische Fragen durchgehend präsent und spürbar. Seine „abstrakten Skulpturen“ und Wandreliefs kann man somit als Folgeerscheinung und konsequente Erweiterung der parallel entstehenden skulpturalen Architekturmodelle ansehen.
Der Künstler selbst sieht seine autonomen Plastiken als Befreiung oder „Explosion der Architektur“. Aus banalen Fundstücken komponiert er dynamische Plastiken und Assemblagen, die sich jeder Funktion verweigern.

Die oftmals bunte Retro-Farbgebung in Konrads Arbeiten scheint mit Ironie an die 6oer Jahre und die Vorlieben der Pop Art-Künstler zu erinnern. Trotz einer offensichtlichen Freude an der Dekonstruktion und Demontage vermitteln die lebensfrohen Arbeiten den Eindruck von in sich stimmigen Konglomeraten.
Wie ein Chaostheoretiker verwandelt Konrads all diese heterogenen, scheinbar dissonanten Formen und Gegenstände, die ihre banale Herkunft nicht verleugnen können, in dynamische, kaleidoskopische Kunstobjekte, die unsere Fantasie zum Dialog herausfordern.

Karsten Konrad
1962 geboren in Würzburg
Lebt und arbeitet in Berlin
JENS WOLF
Aus der Geschichte der Moderne, besonders aus den Bildwelten der ungegenständlichen Malerei, schöpft der in Berlin lebende Künstler Jens Wolf sein Formenrepertoire.
Werke von Malern aus dem stilistischen Bereich des Hard Edge, des Konstruktivismus oder der Konkreten Kunst eignet er sich an, indem er sie ironisch bricht, sie neu definiert oder ihre perfekten Konturen ein wenig ausfransen lässt.

Die Technik des Sampelns bezeichnet in der Musikszene einen Vorgang, in dem ein Bruchstück einer – bereits fertigen – Musikaufnahme (ein Sample, engl. für ‚Auswahl‘, ‚Muster‘) in einem neuen Kontext verwendet wird.
Ganz ähnlich kann man sich Wolfs Arbeitsverfahren vorstellen. Proportionen, Farben, harte Kanten (wie man sie aus den Werken von Josef Albers, Frank Stella oder Piet Mondrian kennt) werden „gesampelt“, ironisch gebrochen und für die Jetztzeit aufgefrischt.
Farbwerte werden umjustiert, es entsteht ein lebendiger Rhythmus, und der Betrachter staunt über die feine, subversive Aushebelung der starren Theorie, die Fachleute als „Kalte Abstraktion“ bezeichnen.

Jens Wolf

1967 geboren in Heilbronn
Lebt und arbeitet in Berlin

Die Ausstellung ist vom 7. 11. bis 20. 12. 2014 zu sehen.