Alain Biltereyst, Rainer Splitt, Jan Maarten Voskuil space and shapes 13.06.2014 — 24.07.2014

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13.06.2014 — 24.07.2014
Rainer Splitt

Die Farbe und ihre Materialität stellt der 1963 in Celle geborene Rainer Splitt in den Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Radikal und äußerst sinnlich erscheinen diese Arbeiten, die sich immer mehr vom traditionellen Tafelbild entfernt haben. Auf Splitts Materialpalette findet man Lack, Pigment, Aluminium oder Acryl. Der Künstler taucht seine Tafeln in pure Farbe oder schüttet das Farbmaterial gleich in einem Guss auf den Boden des Ausstellungsraums. Die Gegensätze von Malerei und Raum, von Bild und Plastik scheinen hier nahezu aufgelöst.

Farbe dient in Rainer Splitts konzeptuellen Werken längst nicht mehr als Mittel zum Zweck, sondern sie emanzipiert sich und verweist auf nichts als ihre Erscheinung, ihre Schönheit und ihren Eigenwert.

 

Rainer Splitt studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, der École des Beaux-Arts in Nîmes und der School of Visual Arts in New York.

Von 2007 bis 2009 lehrte er als Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Alain Biltereyst

Ein Ziel von Alain Biltereyst liegt darin, seine Arbeiten so "einfach und poetisch wie möglich" zu gestalten. Einflüsse aus der Welt der Kunst - etwa der „Hard-Edge-Malerei oder der geometrischen Abstraktion der 1960er Jahre - sind noch spürbar. Doch viel mehr zeigt sich der Künstler von der Lebendigkeit und der Prägnanz jener Zeichen und Logos fasziniert, die uns täglich im öffentlichen Raum, auf Firmenschildern, Werbeplakaten oder Fahrzeugen begegnen.

Ein flächiges Design, das der belgische Künstler auf einem LKW entdeckt, kann dann zum Zünder für ein minimalistisches Meisterstück werden. Biltereyst löst die Design-Elemente aus ihren funktionalen Zusammenhängen heraus und formt aus ihrer Essenz ein spannungsreiches Werk. Die malerische Behandlung der grafischen Elemente zeigt Farbspuren und kleine Ungenauigkeiten – und das ist durchaus beabsichtigt: Es betont, dass hier alles handgemacht ist. Industriell Hergestelltes wird quasi veredelt und im Bereich der Kunst recycelt.

Nebenbei werden in den meist kleinformatigen, dezenten Gemälden die Grenzen zwischen Kunst und Design, zwischen Kultur und Subkultur aufgehoben oder zumindest in Frage gestellt.

 

Alain Biltereyst lebt und arbeitet außerhalb von Brüssel. Er hat u. a. in der Gagosian Gallery, Paris ausgestellt und war bei der FRIEZE ART FAIR (2014) vertreten.

Vom 23. Mai bis 22. Juni 2014 findet eine Einzelausstellung in der Jack Hanley Gallery, NYC  statt. Titel: „GEO LAND“

 

Jan Maarten Voskuil

Der Künstler Jan Maarten Voskuil erweitert die Grenzen der Malerei, indem er seine Gemälde behutsam in den Raum wachsen lässt. Seine meist monochromen, konkreten Arbeiten nähern sich so der Skulptur, der Architektur, dem Design oder der Installation an.

Voskuil dehnt und verformt seine Leinwände, indem er sie auf räumlich konstruierte Keilrahmen spannt. So entstehen zweideutige, gekrümmte Flächen, die auf geometrischen Prinzipien beruhen. Die Holzrahmen sind dabei so gebogen, dass die Gemälde dreidimensional erscheinen und die Form von Skulpturen annehmen können. Voskuil begann mit streng symmetrischen und modularen Arbeiten. Seine neuen Werke infiltrieren den Raum als asymmetrische, komplexe und freier geformte Flächenkonstruktionen.

Der 1964 in Arnheim/NL geborene Künstler beschränkt sich in seinen Werken auf eine begrenzte Anzahl von geometrischen Formen, die häufig aus dem Kreis und dem Rechteck hervorgehen. Seine Arbeiten basieren auf der Idee, dass ein Kunstwerk schlicht ein Objekt ist, das auf nichts „Bekanntes“ verweist und nur auf sich selbst beruht.

 

Jan Maarten Voskuil studierte Kunstgeschichte an der Universität Groningen und in der Schule der Künste in Arnheim.

Seine Arbeiten sind in Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen sowie Galerien und Kunsträumen auf der ganzen Welt, von den USA über Australien und Japan bis zu einer Vielzahl europäischer Länder, vertreten.