Bernd Mechler Video und Malerei 20.01.2012 — 01.03.2012

Lanz,Ausstellung 12 Lanz-FugenA
20.01.2012 — 01.03.2012
Eric Lanz

Die Prozesse spielen sich alle in einem Bereich äußerer Nahsicht ab, wobei der Blick ins mikroskopische Leben zu überwiegen scheint. Ein Teil der Strukturen, Objekte und Bewegungsabläufe könnte allerdings auf kosmische Ursprünge zurückzuführen sein, die mit den Möglichkeiten astronomischer Beobachtungsmittel zu uns herangeholt wurden. Die Genese der Prozesse, die Größenordnung ihrer Realexistenz wie auch die Zuordnung derselben zu organischen, kosmischen oder chemischen Entstehungskontexten, ist nicht klärbar.

Der Betrachter ist in seinen staunenden Abwägungen sich selbst überlassen - die Reflexion des Gesehenen und die imaginierten Zuordnungen werden jedoch, oftmals am Ende eines Prozesses, von einem aufblitzenden Erkennen gestört. - Sicher ist, dass Eric Lanz um die Erwartungen, die Schwächen und die kindliche Neugier des Betrachters weiß. Frei nach der Erkenntnis „Entstehen ist schöner als Verschwinden“ entstand Morphing, ein wachstumsorientiertes Märchen, auf der videotechnischen Voraussetzung des Rückwärtslaufes.
(Michael Voets, Ein Bedürfnis nach Täuschung )
Bernd Mechler

Bernd Mechler lotet die Möglichkeiten einer Malerei aus, die ihre Konstituenten in einer Gleichzeitigkeit von Verdichtung und Auflösung vor Augen führt. Die einzelnen Partien sind als Malhandlungen verdinglicht. Evoziert ist Räumlichkeit, wie aus großer Tiefe sind Formen und Farbabfolgen gegeben. Gegenständlichkeit aber spielt hier, in den neueren Bildern, keine Rolle. – Hingegen hat Mechler in früheren Werkgruppen Formverläufe, „Fäden“ und Raster, die realistischen Situationen entnommen sein könnten, nähergezoomt, dadurch isoliert und in eine monochrome Fläche eingelagert. Im Laufe der Jahre gewinnt die Bewegtheit der Bildfläche, welche sich aus dem gerichteten Verschleifen des feuchten Farbauftrags ergibt, die vorausgehenden Setzungen einbezieht und doch bewahrt, an Relevanz. In prozessualer Erscheinung liegen in ihr gespinstartige, plastisch zu empfindende „Netze“ aus kontinuierlich gezogenen Linien vor. Bei anderen Arbeiten breiten sich Felder in intensiver Monochromie als Flecken aus, die zugleich unfest und fest sind und Gestalt und offene Form, Präsenz und Absenz vermitteln. Mechlers Bilder kennzeichnet ein Zueinander von stillgelegter Handlung und Entwicklung, Labilität und Stabilität. Das Bild erweist sich als Aktionsfeld, das eine Vielzahl möglicher Fokussierungen und Relationen bereit hält; dabei wenden sich die einzelnen Werkphasen unterschiedlichen Fragestellungen und Lösungen zu.
(Thomas Hirsch)